BURGSPIELE GÜSSING
     
1994 Iwein der Mächtige Buch: Paul Rauchbauer/Heinz Koller
Regie: Oliver Ciontea, Musik: Franz Stangl
Bühne: Heinz Ebner
1995 Süleyman der Prächtige Buch: Heinz Koller, Regie: Peter Wagner
Musik: Franz Stangl
Bühne: Heinz Ebner/Günter Temmel
1996 Teufel, Tod & Hex Buch und Regie: Peter Wagner
Musik: Franz Stangl/Arthur Fandl 
Bühne: Günter Temmel
1997 Die weisse Frau Buch und Regie: Peter Wagner,
Musik: Arthur Fandl
Bühne: Günter Temmel
1998 Der Tribun Buch: Josef Dirnbeck; Musik: Franz Stangl
Regie: Martin Weinek/Harald Posch
Bühne: Erich Sperger
1999
2000
Landflucht Buch: Josef Reichl, Epilog: Christian Putz
Regie: FRANK HOFFMANN,
Musik: F.Stangl
Bühne: Maria Hoffmann
2001 Der Kampf ums Recht Nach dem Roman von Karl J. Homma
Spielfassung, Regie: Frank Hoffmann
(Konzept: Chr. Putz)
Musik: F. Stangl. Bühne: Felix Grünwald
2002 Am Grenzweg Spielfassung, Regie: Frank Hoffmann
Musik: Manfred Hotwagner, Franz Stangl
Liedertexte: Heinz Koller
Bühne: Felix Grünwald
2003 Der Güssinger JEDERMANN Spielfassung, Regie: Frank Hoffmann
Bühne: Felix Grünwald
2004 Die Kreuzelschreiber Buch: Ludwig Anzengruber
Regie: Frank Hoffmann
Bühne: Felix Grünwald
2005 Ich, Andreas Baumkircher Buch: Josef Otto Lämmel
Regie: Erhard JUNGNIKL,
Musik: Franz Stangl, Erhard JUNGNIKL
Bühnenbild: M. Hotwagner, Edda Zapfel
2006 Der Verschwender Buch: Ferdinand Raimund
Regie: Erhard JUNGNIKL
Musik: Conradin Kreutzer/Franz Stangl
Bühnenbild: Manfred Hotwagner, Edda Zapfel
2007 Der Bauer als Millionär 1
/
Das Mädchen aus der Feenwelt 2
Buch: Ferdinand Raimund / Lazlo Maleczky
Regie: Laszlo Maleczky
Musik: Josef Drechsler / Franz Stangl
Bühnenbild: Manfred Hotwagner, Edda Zapfel
2008 Der böse Geist Lumpazivagabundus 1
/
Lump-zapadump-Lumpazi 2
Buch: Johann Nepomuk Nestroy / Lazlo Maleczky
Regie: Laszlo Maleczky
Musik: J. Drechsler / L. Maleczky/Herbert Kopitar
Bühnenbild: Edda Hotwagner
2009 Der Talisman 1
/
Didus Feuerkopf 2
Buch: Johann N. Nestroy / Laszlo Maleczky
Regie: Mara Kömives
Musik: Herbert Kopitar, Laszlo Maleczky
Bühnenbild: Heinz Gurdet
2010 Ein idealer Gatte 1 Buch: Oscar Wilde / Friedl Gamerith
Regie: Friedl Gamerith
Musik: Friedl Gamerith
Bühnenbild: Heinz Gurdet
Das Gespenst von Canterville Buch: Oscar Wilde / Friedl Gamerith
Regie: Sabine James
Musik: Friedl Gamerith
Bühnenbild: Heinz Gurdet
2011 Charleys Tante 1 Buch: Brandon Thomas / Friedl Gamerith
Regie: Friedl Gamerith
Musik: Friedl Gamerith
Bühnenbild: Heinz Gurdet
Peter Pan 2 Buch: James Matthew Barrie / Sabine James
Regie: Sabine James
Musik: Friedl Gamerith
Bühnenbild: Heinz Gurdet
2012 Bunbury oder Ernst sein ist alles Buch: Oscar Wilde / Friedl Gamerith
Regie: Sabine James
Musik: Friedl Gamerith
Bühnenbild: Heinz Gurdet
Der Zauberer von Oz Buch: Lyman Frank Baum / Sabine James
Regie: Sabine James / Paul Grosz
Musik: Friedl Gamerith
Bühnenbild: Heinz Gurdet
2013 Sherlock Holmes 1
Buch: Sir Arthur Conan Doyle / Sabine James
Regie: Sabine James
Musik: Manfred Hotwagner/Sabine James
Bühnenbild: Heinz Gurdet
Alice im Wunderland 1 Buch: Lewis Carroll / Sabine James
Regie: Sabine James
Musik: Friedl Gamerith
Bühnenbild: Heinz Gurdet
2014 Der Hund der Baskervilles 1 Buch: Sir Arthur Conan Doyle / Sabine James
Regie: Sabine James
Musik: Manfred Hotwagner/Sabine James
Bühnenbild: Heinz Gurdet
Aladdin und die Wunderlampe 2 Buch, Regie: Sabine James
Musik: Manfred Hotwagner/Sabine James
Choreographie:
Viktoria Hotwagner
Bühnenbild: Heinz Gurdet
2015 CHAPLIN die Kunst ein Tramp zu sein 1 Buch, Regie: Sabine James
Musik: Manfred Hotwagner/Sabine James
Choreographie: Stefan Putz/Laura Sophie Riedl
Bühnenbild: Heinz Gurdet
Die Schöne und das Biest 2 Buch, Regie: Sabine James
Musik: Manfred Hotwagner/Sabine James
Choreographie:
Viktoria Hotwagner
Bühnenbild: Heinz Gurdet
2016 CASANOVA - aus dem Leben eines Abenteurers Buch, Regie: Sabine James
Musik: Manfred Hotwagner/Sabine James
...
Der Gestiefelte Kater - ein Märchen aus Italien Buch, Regie: Sabine James
Musik: Manfred Hotwagner/Sabine James
...
     

Chronik
 
Nach jahrhundertelangem Dornröschenschlaf erwachte die romantische Burgruine Güssing zur Mitte des 20. Jhdt. zu neuem Leben: Theaterspiele prägten 7 Jahre lang zur Sommer-Sonnenwende das Geschehen im wildromantischen Burghof. Die historischen Dramen "Iwein der Mächtige", "Im Zeichen des Halbmondes", "Husaren und Janitscharen", "Im Zeichen des Kreuzes" und "Grenzlandschicksal" (Buch Dr. Paul Rauchbauer, Musik Pr. Otto Strobl) wurden 1950 bis 1956 von einem ambitionierten Laienensemble aufgeführt, ehe das im südostösterreichischen Raum bereits renommierte Spectaculum infolge organisatorischer Probleme, anscheinend unvermeidlicher persönlicher und politischer Ränkespiele, sowie wegen Verlagerung der Interessen der Verantwortlichen wieder sanft entschlief.

So mancher Versuch einer Reaktivierung 'verlief im Sand', doch in den Köpfen einiger Güssinger lebte die verklärte Erinnerung an die prächtigen Spiele der 50er Jahre weiter. Es sollten fast vier Jahrzehnte vergehen, ehe Güssing seine Burgspiele wieder bekam. Seither sind nun schon 20 Lenze ins Land gezogen, und es hat sich - im Vergleich zu den "Gründertagen" - wenig Grundsätzliches verändert: Der Vorstand des Burgvereines - und ein stetig in Bewegung bleibendes Ensemble (mehr als 400 Mitwirkende seit 1994) mit ungebrochener Spielfreude - sind die Säulen der BURGSPIELE GÜSSING.

Seit 2007 (dem Zeitpunkt der 'Übersiedelung' auf die vom Burgverein geschaffene Festspielbühne auf dem Festgelände am Fuß der Burg) engagiert sich der Burgverein besonders in der Nachwuchsarbeit, mit einer vom Jugendensemble gespielten, zum jeweiligen Thema passenden Begleitproduktion. Die 2010 eingeschlagene Linie mit Dramen internationaler Autoren ist eine neue Facette, und zugleich ein Zeichen von Beständigkeit und Verantwortungsbewusstsein gegenüber den Gründern dieser Institution. Gerade der Zulauf der Jugend berechtigt die Hoffnung für eine weitere positive Entwicklung der traditionsreichen BURGSPIELE GÜSSING - auch auf dem vom Publikum begeistert aufgenommenen, neuen Spielort am Fuße der Burg! - Der Burgverein wird schon deshalb die Burg Güssing, von der er seinen Namen ableitet und für deren Belebung er sich statutengemäß verpflichtet hat, "nicht aus den Augen verlieren" ...

Aktualisiert im November 2013 (c) Heinz Koller

   
1994 konnten die zur Legende gewordenen GÜSSINGER BURGSPIELE reaktiviert werden:
"IWEIN DER MÄCHTIGE" - das unter dem Titel "Das Güssinger Burgspiel" im bgld. Landesarchiv enthaltene Urstück von Dr. Paul Rauchbauer - wurde von Heinz Koller überarbeitet, Franz Stangl komponierte die Begleitmusik, und mit Unterstützung des Schauspielers Oliver Ciontea gelang es der Spielleiterin Klaudia Unger, eine Schar von Lehrerkollegen und ehemaligen Schülern für das Abenteuer Burgspiele zu begeistern. 3.500 Zuschauer in neun Vorstellungen honorierten die großartigen Leistungen des neuformierten Laienensembles. GÜSSING HAT SEINE BURGSPIELE WIEDER lautete die Schlagzeile einer bgld. Wochenzeitung.

Klaus Stöger (Iwein), Oliver Ciontea (Wachtelsack)
   
1995 "SÜLEYMAN DER PRÄCHTIGE" - Uraufführung eines regionalhistorisches Dramas von Heinz Koller. Hauptthema des Dramas war die Belagerung der Stadt Güns, durch das auf dem Weg nach Wien befindliche Heer des Sultans. Eingebettet in die Handlung war das Schicksal zweier junger Menschen, von feindlichen Kriegern entführt, die auf dem abenteuerlichen Weg nach Hause zueinander fanden - um schließlich zu erfahren, dass sie Geschwister sind...
Die Musik steuerte wiederum Franz Stangl bei, und mit Peter Wagner führte ein Mann des modern-experimentiellen Theaters Regie - was reizvolle Effekte in der Aufarbeitung des historischen Stoffes ergab. Das Thema bot auch die Möglichkeit, Kontakte zu den diplomatischen Vertretungen von Ungarn und der Türkei zu knüpfen.
Eine Hundertschaft von Laiendarstellern aus dem Großraum Güssing - mit Bürgermeister Peter Vadasz in der Titelrolle - begeisterte in 12 Vorstellungen rund 4000 Besucher.

Peter Vadasz als 'prächtiger Süleyman'
   
1996 brachte neuerlich eine Uraufführung: "TEUFEL TOD und HEX", Peter Wagners schauriges schönes Schauspiel nach den Protokollen der Hexenprozesse von Eberau, brachte einen neuen Höhepunkt für die BURGSPIELE GÜSSING: Vom Autor selbst inszeniert, von Franz Stangl und Arthur Fandl mit kontrastreicher Musik unterlegt, fand das Spiel in der nach Entwürfen von Günter Temmel in der Naturkulisse geschaffenen Bühne begeisterten Zuspruch. Die Life-Musik war ein Schritt in Richtung Musical, ein Experiment, das den Weg der Burgspiele auch im nächsten Jahr bestimmen sollte. Gabi Leonhard als Nonne, die in die Hände der Folterknechte fiel, sowie Klaus Stöger als Kaplan, der am Zwiespalt von Neigung und vermeintlicher Pflicht scheiterte, waren die herausragenden Figuren des vielköpfigen Ensembles.
Der völlig verregnete Sommer machte den erhofften Publikumserfolg jedoch zunichte.,,

Hexentanz und Spiel mit dem Feuer
   
1997 wurde "DIE WEISSE FRAU - fast ein Musical" nach einer Sage von der Burg Bernstein - uraufgeführt. Buch und Regie: Peter Wagner, Musik: Arthur Fandl.
Bühnenbild: Günter Temmel. Eine neue technische Infrastruktur bot optimale Voraussetzungen für eine eindrucks- und anspruchsvolle Umsetzung des historischen Stoffes. Der gesamte Burghof war Bühne, und der Einsatz der großen Schar von DarstellerInnnen war bemerkenswert.
Das Ensemble war inzwischen längst über den Status des herkömmlichen Laienentheaters hinaus gewachsen. Die Besucherzahlen konnten jedoch mit den Kosten für die aufwendigen Produktionen nicht Schritt halten, weshalb der Burgverein mit der Ausschreibung eines Literaturwettbewerbes einen Kurswechsel anstrebte.

"Die weiße Frau" als schwarz-buntes Spectaculum
   
1998 brachte "DER TRIBUN" von Josef Dirnbeck (1. Preisträger des Dramenwettbewerbes) eine Kurskorrektur in Richtung "Volkstheater". Inhalt: Der Vater-Sohn-Konflikt, am Beispiel des Militärtribuns von Steinamanger und seinem Sohn, dem späteren Bischof von Tours - heute Landespatron des Burgenlandes!
Regie: Martin Weinek/Harald Posch, Bühnenbild: Erich Maria Sperger. Musik: Franz Stangl.
Klaus Stöger - seit 1994 in Hauptrollen - als Hl. Martin; Otto Konrath gab den streitbaren Tribun, und Manfred Semler den Begleiter Sulpicius Severus. Es ist müßig zu fragen, ob man bei der Titelwahl doch dem Hl. Martin (Landespatron) hätte nehmen sollen, um mehr Publikum anzusprechen...

"Der Tribun" - die Nr. 1 auf der Burg
   
1999: "Landflucht", ein Schauspiel von Josef Reichl (+1924), dem literarischen Wegbereiter des Burgenlandes. Die Not der Bewohner dieses Landes zur Jahrhundertwende ließ diese oft in der Emigration nach Übersee als ihre einzige Chance sehen.
Ein Dramenwettbewerb hatte keinen Sieger ergeben, und man kam bei der Auswertung zum Schluß, einem Vorschlag aus der Kommission den Vorzug zu geben, das erdige Reichl-Stück zu spielen. Dies erwies sich als Glücksgriff, und mit dem neu engagierten künstlerischen Leiter Frank Hoffmann gelang tatsächlich ein Großereignis, das sich mit einem Rekordergebnis an Besuchern zu Buche schlug.

Der Epilog "Der Amerikaner" von Christian Putz brachte mit einer "Wirtshausdiskussion" die Gegenüberstellung der Chancen in der neuen Zeit mit jener um die vorige Jahrtausendwende.
Musik: Franz Stangl, mit dabei sein "Cantus Felix", die Taburizza Güttenbach und Prostrum (H), die Spielmusik Boglya (H) und die Hans Samer-Band (Roma).


Stangl-Motzl und Familie - Manfred Semlers Paraderolle
   
2000: Landeshauptmann Karl Stix ehrte den künstlerischen Leiter Frank Hoffmann, für die Inszenierung der "Landflucht", einem Stück burgenländischer Geschichte, mit dem großartigen Ensemble der BURGSPIELE GÜSSING, im malerischen Ambiente eines strohgedeckten Keuschler-Anwesens - mitten im weitläufigen Burghof. Der Burgverein hatte keine Mühen gescheut, ein original Kellerhaus in Heiligenbrunn zu erwerben, abzubauen und im Burghof als Kulisse wieder zu errichten...

Das große Ehrenzeichen des Burgenlandes schien ein triftiger Grund, auf Wunsch des Regisseurs das Erfolgsstück "Landflucht" noch einmal auf den Spielplan zu setzen. Der fulminante Erfolg der Uraufführung konnte nicht mehr erreicht werden, doch schien die eingeschlagene Weg richtig, weiterhin Stücke aus der Geschichte der Region zu bringen.


Eine Wallfahrt als Vorwand für die Landflucht

   
2001: "Der Kampf ums Recht" war der Titel des Romans von J. Karl Homma, auf dem die Spielfassung von Frank Hoffmann (nach einem Entwurf von Christian Putz) basiert.

Mehr als 4000 Besucher sahen ein Schauspiel über Macht- und Intrigen an Hand des Beispiels des Marktes Pinkafeld, in der ausklingenden Zeit der Feudalherrschaft. Unvorstellbar - möchte man heutzutage meinen, doch ein Blick über die Grenzen, oder auch nur ein paar Jahrzehnte zurück lässt uns erschaudern ...
Otto Konrad und Manfred Semler boten in den Hauptrollen großartige Leistungen, und der Rest des Ensembles rundete die Darbietungen eindrucksvoll ab.


Jost Schröck (Manfred Semler) im Mittelpunkt der Intrige
   
2002: "Am Grenzweg" - vom Leben und Tod des Betyáren Savanyú Jóska - handelte vom letzten legendären 'Bakony-Wald-Räuber', der Ende des 19. Jhdt. mit seinen Kumpanen auch die Wälder des Südburgenlandes durchstreift hatte. (Konzept und Regie Frank Hoffmann, nach den vom Burgverein zur Verfügung gestellten Gerichtsprotokollen aus Steinamanger).

Der zu lebenslangem Kerker verurteilte Savanyu Jóska findet nach seiner Begnadigung nicht mehr ins Leben zurück - und macht diesem in der von ihm als ehrenhaft empfundenen Art selbst ein Ende.
Ein Spiel, in dem nicht nur gesellschaftlich unterschiedliche Schichten aufeinander prallten.
Es schien dies bis auf weiteres das letzte Stück aus der unmittelbaren Geschichte der Region sein...


Savanyú Joska, gefürchteter Räuber aus dem Bakony-Wald
   
2003: "Der Güssinger JEDERMANN"
Zum Jubiläum "10 Jahre BURGSPIELE GÜSSING" gab es ein Spiel "vom Leben und Sterben des reichen Mannes", konzipiert und inszeniert von Frank Hoffmann, nach Vorlagen früher Fassungen, in das auch Elemente aller im pannonischen Raum gesprochenen Sprachen einflossen.

Eine neue Bühnenkonstruktion, prächtige Kostüme von den Bundestheatern, und technische Spielereien gaben dem groß angelegten Schauspiel den nötigen Rahmen. Das vom Regisseur in einigen Positionen veränderte Ensemble der Burgspiele wurde der großen Aufgabe gerecht, und 6000 Besucher honorierten die Bemühungen um ein überregionales Großereignis auf Burg Güssing.


Jedermann (O. Konrath) und seine 'Tafelfreunde'

   
2004: "Die Kreuzelschreiber"
Der Burgverein suchte den Weg zurück ins Theater mit regionalem Bezug, und mit Ludwig Anzengruber ging es ins 2. Jahrzehnt: Das erfahrene Ensemble (Regie Frank Hoffmann) brachte die Komödie mit dem ernsten Hintergrund religiös-gesellschaftlicher Agitation mit Bravour über die Bühne.

5500 Besucher erlebten in zehn Spieltagen ein ambitioniertes Ensemble, das Anzengrubers feine Pointen ausgezeichnet umzusetzen wusste. Berührend die mit scheinbarer Leichtigkeit vermittelten Weisheiten des Steinklopferhans (Manfred Semler), eines an der unbarmhärzigen Härte des Lebens gereiften Außenseiters. Vorerst erheiternd und schließlich beklemmend war, wie der alte Brenninger (Szabo Sándor) das Publikum zu lachendem Beifall animierte - bis diesem das Lachen im Halse stecken blieb ...


Wirtshaus-Szene in "Die Kreuzelschreiber"
   
2005: "Ich, Andreas Baumkircher" - Das Spiel vom tragischen Ende des Ritters Andreas Baumkircher (Burgherr von Schlaining, Ritter im Dienste Kaiser Friedrichs III.(1459 auf Burg Güssing zum ungarischen Gegenkönig gewählt), brachte eine Zesur in der bewegten Geschichte der BURGSPIELE GÜSSING.:

Erhard JUNGNIKL, ein international erfahrener Regisseur und Filmemacher, übernahm in einer schwierigen Situation die künstlerische Leitung. Mit Gabi Leonhard und Klaus Stöger konnten zwei ehemalige Mitglieder des Ensembles wieder gewonnen werden, die zusammen mit Toni Bereczki und Manfred Hotwagner ein großartiges Team für die spannende Geschichte bildeten.
Vorlage für das beim Dramenwettbewerb für die Grazer Schlossbergspiele 1938 preisgekrönte Stück "Andreas Baumkircher" von Josef Otto Lämmel (der 1939 nach London emigrieren musste und erst 1962 wieder nach Österreich kam) war Peter Roseggers Erzählung "Spitzbuamgschichtl va da Grazer Gschloußberguhr":
Den gerechten Lohn für treue Dienste fordernd, war "Der Baumkircher" zu Verhandlungen in die Festung Graz gelockt worden, bei freiem Geleit - bis zum Vesperläuten ...

Die großartige, zweigeschoßige Bühne im Burghof hatte die Hochburg als Hintergrund, und die 3-geteilte Tribühne bot den Zuschauern eine Theater-Arena, in der die tragische Handlung ihren Lauf nahm. - Dies war die letzte Aufführung im Burghof, die das gesamte Gelände mit einbezog, mit Blickrichtung zum ehrwürdigen Gemäuer der Hochburg...

Die Aufführungen einer dramatischen Begebenheit aus der burgenländischen Geschichte waren ein großartiges Erlebnis, zu dessen Premiere eine offizielle Delegation unter der Führung des Bürgermeisters von Stadtschlaining samt Musikkapelle angereist war. Es hätte durchaus eine Würdigung seitens der Kulturbeauftragten unseres Landes verdient...


   
2006: "Der Verschwender" von Ferdinand Raimund
Eine fantastische Geschichte vom Übermut in guten Zeiten, von der Herausforderung des Schicksals, ist das reifste Schauspiel des großen österreichischen Dramatikers. Regisseur Erhard JUNGNIKL hat das Stück mit dem ambitionierten Ensemble der Burgspiele in Szene gesetzt, mit Manfred Hofer und Eva Zankl als Valentin und Rosa, sowie Peter Wechselberger in der Titelrolle.
Neben den bekannten Melodien von Konradin Kreutzer gab es auch Neues von Franz Stangl zu hören, mit Anleihen aus dem burgenländischen Volksliedgut.
Der große Erfolg beim Publikum, und die guten Kritiken in den Medien waren Anlass, 2007 noch einmal ein Stück von F. Raimund auf den Spielplan zu setzen.
Die wunderbaren Erinnerungen an die Leistungen der jüngsten Darsteller im Ensemble sollten in den Folgejahren Anlass für eigene Produktionen mit einem Jugend-Ensemble sein.

"Der Verschwender" war die letzte Inszenierung von Erhard JUNGNIKL - zu sehr hatten ihm die Querelen um die Burgspiele Güssing zu schaffen gemacht. Erhard sah sich nicht mehr in der Lage, die Arbeit weiter zu führen, und er legte die künstlerische Leitung zurück. Wir schieden als gute Freunde.
Sein freiwilliger Abgang von der Bühne des Lebens (ein Jahr nach dem Abschied von seinen geliebten Burgspielen) hat uns alle, die Ensemble-Mitglieder, wie auch den Vorstand des Burgvereines, sehr getroffen.

Lieber Erhard, wir danken Dir für Deine Freundschaft und für Deine ausgezeichnete Arbeit, auf der die nachfolgenden künstlerischen Leiter der Burgspiele Güssing aufbauen konnten.
Der Burgverein Güssing und "Dein" Ensemble werden Dir stets ein ehrendes Andenken bewahren!



Erhard und Enesmelbe-Mitglieder bei der Premierenfeier
   
2007: "Der Bauer als Millionär" von Ferdinand Raimund brachte einen neuen Impuls: Nachdem der Burghof als Spielort nicht mehr zur Verfügung stand, wurde auf dem Festgelände am Fuß der Burg eine Festspielbühne geschaffen, die den Anforderungen dieses Zaubermärchens gerecht wurde.

Laszlo Maleczky, international erfolgreicher Operntenor und neuer künstlerischer Leider der Burgspiele, schuf eine von Raimunds wunderbar tiefsinnigem Humor getragene Spielfassung, mit viel Gesang und Life-Musik.
Manfred Hofer
fand sich ala Fortunatus Wurzel in einem Reigen von jungen Darstellern, aus dem stellvertretend für alle Sandra Zankl (Lottchen) und Andreas Fandl (Fischer-Karl) genannt seien - zu groß ist die Zahl der großartigen (vom Regisseur zu Höchstleistungen angespornten) Talente, um hier vollständig aufgezählt zu werden. Erstmals gab es auch eine Live-Band für die musikalische Begleitung des Stückes, in der auch die in Frankreich lebende Güssingerin Sabine James auf ihrer weißen Harfe mitwirkte. Sie sollte den Burgspielen auch in den folgenden Jahren erhalten bleiben ...

2007: Ferdinand Raimund hatte für das Stück den Untertitel "Das Mädchen aus der Feenwelt" gewählt. Dies war der Titel eines Singspiels 'von Kindern für Kinder' gespielt, aus der Feder und in der Regie von Laszlo Maleczky.

Beide Stücke waren ein großartiger Erfolg für die BURGSPIELE GÜSSING 2007, mit insgesamt nahezu 6000 Besuchern. In der kommenden Saison sollte diese neue Linie noch verstärkt fortgeführt werden - und die Erwartungen waren sehr hoch!Der Versuch, eine völlig neue Serie mit einem Jugend-Ensemble zu kreieren, wurde vom Publikum bestens angenommen, und die Ensemble-Mitglieder samt deren Angehörigen danken es seither mit grandiosem Einsatz!


Viele neue Gesichter im bewährten Ensemble,
eine neue Bühne, die "alle Stückln spielt"


Umjubelte Premiere des Singspiels vor der prächtigen
Kulisse des Franziskanerklosters und der Burg.

   
2008: "Der böse Geist Lumpazivagabundus" von Johann Nestroy war ein weiterer Meilenstein in der Erfolgsgeschichte der BURGSPIELE GÜSSING. Viele neue Gesichter im Ensemble brachten - wie fast jedes Jahr - neuen Schwung, wobei der Zulauf der Jugend besonders erfreulich war. Aber auch für die reiferen Jahrgänge gab es wieder wunderbare Rollen, und die Medien- und Publikumsmeinungen waren euphorisch.
Ob Manfred Doncsecs in der Titelrolle, Andreas Fandl, Markus Flenner und Toni Beretzki als "liederliches Kleeblatt", Angelika Muik und Melanie Kroboth als konkurrierende Feen, oder die singenden Schwestern Barbara Graf-Brauneder und Petra Schmidt - sie sind nur die Exponenten im großartigen Gesamtbild des Ensembles, das von Laszlo Maleczky und zu kaum vorstellbaren Leistungen geführt wurde.

2008: Das Jungendensemble konnte an den Triumph des Vorjahres nicht nur anschließen, sondern diesen mit Maleczkys "Lump-zapadump-Lumpazi" (ein Mini-Musical, frei nach Nestroy) noch übertreffen. Erfrischend, was die Jungen an Darstellungskraft und Gesang geboten haben. Die intensive Arbeit von Laszlo Maleczky und seiner künstlerischen Assistenz Sonja Angelina Defner/Philipp Maria Krenn machte sich bezahlt - und der Andrang, im nächsten Jahr dabei sein zu dürfen, war enorm. Nicht zu vergessen der Einsatz der Eltern, die das Ergebnis durch ihre Bereitschaft, auch bei den Aufführungen im Bühnenteam mit getragen haben. Danke!
Schließlich sei das gelungene Arrangement der beiden Produktionen erwähnt, von Herbert Kopitar und der Live-Band des "Lumpazivagabundus" hervorragend umgesetzt.

Das Publikum (wieder ~ 6000) und die kritischen Medien haben dies alles äußerst positiv aufgenommen - und die Latte für 2009 (mit einem neuerlichen Nestroy-Hit) lag damit entsprechend hoch...


Finale "Der böse GeistLumpazi Vagabundus"


Das Junge Ensemblemit mit "Lump-zapadump-Lumpazi"

   
2009: "Der Talisman" - ein weiteres Nestroy-Highlight, sah Laszlo Maleczky zwar noch als künstlerischen Leiter der Burgspiele Güssing 2009, doch machte ihm sein Engagement bei der Klassik-Pop-Formation ADORO in Deutschland einen persönlichen Einsatz in Güssing unmöglich. Er hatte vorgesorgt - und mit dem "Damen-Team" Mara Kömives (Regie), Christine Beinl (Assist) und Annette Brunnader (Choreografie) einen vielversprechenden Ersatz bereit. Die Proben begannen früh und intensiv, doch die räumliche Distanz zum "Chef" war trotz des enormen Einsatzes aller Akteure schwer zu überbrücken.

Dann folgte die Katastophe eines Jahrhundert-Hochwassers - mit dreimaliger Überflutung des gesamten Festspielgeländes innerhalb von vier Tagen! Ganze zwei Wochen blieben, um unter schwierigsten Bedingungen die Proben zu Ende zu führen, das Bühnenbild fertig zu stellen - und den fast völlig zerstörten Bühnen-Unterbau notdürftig zu sanieren. Ein Wunder, dass dies in der kurzen Zeit zustande kam! Ein herzliches "Dankeschön" an alle, die dazu beigetragen haben!

Trotz dieser großen Probleme gelang dem Ensemble um Andreas Fandl (Titus Feuerfuchs) und Sandra Zankl (Salome Pockerl) eine viel beachtete Aufführung des Nestroy-Klassikers auf die Bühne zu bringen. Die Unbillen des Wetters, den ganzen Sommer über, ließen leider den erhofften Publikumserfolg nicht zu.

2009: "Didus Feuerkopf" war der Titel des von Laszlo Maleczky konzipierten 'Mini-Musicals' für das Jugend-Ensemble, mit Thomas Schmidt in der Titelrolle, und Pia Kedl als Salome. Eine neuerliche Talentprobe der Schauspiel-begeisterten Jugend, die gerne 'ihren' Laszlo um sich gehabt hätte...
Jedenfalls war es neuerlich ein Versprechen für die Zukunft - und ein Auftrag an die Verantwortlichen des Burgvereins, die begonnene Arbeit fort zu setzen, trotz der schwierigen Situation wegen der weiterhin fehlender Förderung seitens der Kulturbehörde.
An dieser Stelle ein herzlicher Dank an die Stadtgemeinde Güssing (mit Bürgermeister Peter Vadasz), die den Weiterbestand der Burgspiele Güssing durch ihre Unterstützung möglich macht!


   
2010: "Ein idealer Gatte" war der Titel des Erfolgsstücks von Oscar Wilde, mit dem der burgenländische Autor, Musiker und Entertainer Friedl Gamerith sein Debut als künstlerischer Leiter der Burgspiele Güssing feierte. Mit der von ihm selbst vorgenommenen Übersetzung konnte er als profunder Kenner der High-Society-Szene Englands (nach 10jähriger Arbeit als Pianist und Entertainer in London) mit dem stark verjüngten Ensemble der Burgspiele mit einem Ergebnis aufwarten, wie man es in den kühnsten Träumen nicht erwartet hätte. Die Medien waren voll des Lobes, und das Publikum war entzückt! Christian Unger und Elisa Mandl als Ehepaar Chiltern, Paul Grosz und Anja Becha als Lord Goring und Mabel Chiltern, Eva Zankl als intrigante Lady Cheveley, Manfred Hofer als kauziger Lord Caversham - mit ihrer brillianten Sprache und ebensolcher Spielfreude - sie waren sie die Exponenten eines tollen Ensemble-Erfolges.

Auch die neu gestaltete Bühne ('ein homogenes Bühnenbild von Heinz Gurdet, 'ohne amateurhafte Einblicke', wie die Presse wohltuend vermerkte), sowie das Bemühen um ein angenehmes Ambiente, mit "englischem Rasen" vor der Bühne, und einem liebevoll gestalteten Pausenhof trugen zu einer gelungenen Aufführungsreihe bei. Schade nur, dass der August 2010 mit seinen Wetterkapriolen einen größeren Publikumserfolg verhinderte.

2010: "Das Gespenst von Canterville" war die mit Spannung erwartete Begleitproduktion (erstmals in voller Schauspiellänge, mit 20 Minuten Pause).
Das Jugendensemble um Constatin Muik (als Gespenst) konnte das von Friedl Gamerith geschriebene Schauspiel mit Gesang (frei nach Oscar Wildes Erzählung) in der Regie der in Paris lebenden Burgenländerin Sabine James prächtig umsetzen. Der Premierenerfolg brachte beste Werbung für die folgenden Aufführungen, und die beiden letzten Sonntagsvorstellungen waren völlig ausverkauft!
Die Vereinsleitung nahm den 'Auftrag' zur Kenntnis und war bemüht, auch 2011 wieder ein Stück für die Jugend auf die Beine zu stellen; es bedurfte jedoch großer Anstrengungen, dies bei der angespannten Förderungslage auch zu finanzieren...


   
2011: "Charleys Tante", die köstliche Boulevardkomödie von Brandon Thomas, ist durch die oftmalige Verfilmung mit Stars wie Heinz Rühman, Peter Alexander u. a. bestens bekannt und für das Sommertheater geradezu prädestiniert. Regisseur Friedl Gamerith wollte - durch eine möglichst originalgetreue Über- und Umsetzung - ein wenig weg vom 'Klamauk'-Klischee. Dies gelang ihm bestens - mit einem spielfreudigen Ensemble, aus dem die beiden "Tanten" Andreas Malits und die junge Elisa Mandl (als Donna Lucia D'Alvadorez) herausragten.
Choreographin Sabine James machte Gameriths fein gesponnene Lieder und Melodien "sichtbar", in einem gewohnt angenehmen und funktionellen Bühnenbild von Heinz Gurdet, und mit stilvollen Kostümen, großteils vom Theaterausstatter Lambert Hofer.
Alles in allem ein gelungenes und vom Publikum liebevoll aufgenommenes Schauspiel am Fuß der Burg, im angenhmen Ambiente der Freilichtbühne des Burgvereines.

2011: "Peter Pan", ein von James Matthew Barrie vor mehr als 100 Jahren als Bühnenstück geschaffenes Märchen von der Reise eines verträumten Mädchens ins 'Niemalsland', mit Elfen, Indianern, Piraten und natürlich einem Jungen mit seiner Sehnsucht, immer ein Kind bleiben zu wollen, war eine große Herausforderung an das Jugend-Ensemble. In der Spielfassung und Regie von Sabine James, die selber ihren Traum von einem Leben im glitzernden Showbusiness wahr gemacht hat, gelang es dem Jugend-Ensemble, sein Publikum in den Bann zu ziehen. Aus dem komplexen Ensemble seien stellvertretend für alle Helen Kulovits (Peter Pan), Lena Poglitsch (Wendy), Anna Maria Sagmeister (Tinkerbell) und Constantin Muik (Captain Cook) genannt.
Heinz Gurdets großartiges Bühnenbild, mit einem Piratenschiff samt Captain Hook und seinem 'Gegenspieler', dem Krokodil, und schließlich der Elfe Tinkerbell schufen unauslöschliche Erinnerungen in den Köpfen von jungen und reiferen Besuchern.

   
2012: "BUNBURY" oder Ernst sein ist alles" ist Oscar Wildes meistverfilmtes Boulevardstück.
Friedl Gamerith
gab dieser köstlichen Komödie des irischen Dichters mit schwungvoller Musik und zeitkritischen Songs eine völlig neue Note.

Das stark verjüngte Ensemble, mit einigen Routeniers als 'harter Kern', brachte die Abenteuer der beiden Bonvivants Algeron und Jack (Manfred Hofer, Andi Fandl) und ihrer beiden Partnerinnen Gwendolen und Cecily (Melanie Kroboth, Pia Kedl) mit feinem Sprachwitz und exzellent kalkulierter Situationskomik gekonnt auf die Bühne. Eine große Leistung bot auch Silvia Weber als Algerons gestrenge Tante Augusta (Lady Bracknell), und jetzt wird es schon schwierig mit einer Aufzählung - denn zu ausgeglichen, um nicht zu sagen zu routiniert war das gesamte Ensemble, seien es tatsächlich 'altgediente' oder 'frisch gfangte' Amateure, aus dem Jugendensemble aufgestiegen. Doch die berührende Szene von Rita Jost (Miss Prism) und Dieter Schattauer (Pastor Chasuble) mit ihrem Lied der späten Liebe darf ausnahmsweise in gute Erinnerung gerufen werden...

2012: "Der Zauberer von Oz" - frei nach dem 'ewig jungen' Märchen von Lyman Frank Baum - war nach dem großen Erfolg des Vorjahres eine enorme Herausforderung an das Ensemble und die Regie. Sabine James und Friedl Gamerith fanden jedoch in der Regie und mit der Musik die entsprechende Antwort, und es war eine Freude, die jungen Leute bei der Premiere mit strahlenden Gesichtern zu erleben - so sicher waren sie, gut vorbereitet in die Spielsaison zu gehen.

Anna Maria Sagmeister als Dorothy bot wiederum eine großartige Leistung, und mit ihr das 'Kleeblatt' mit dem Blechmann, der Vogelscheuche und dem furchtsamen Löwen (Florian Weber, Julian Heindl, Thomas Wolf), sowie das gesamte Ensemble, aus dem sich bereits einige für 'größere Aufgaben' im Standard-Ensemble angeboten hatten. Volker Lang in der Titelrolle überzeugte durch seine Wandlungsfähigkeit - vom schichten Farmer zu Beginn, zum exaltierten, jedoch voller Lebensweisheit dozierenden, enttarnten Zauberer.
Die wunderbar bunte Bühne von Heinz Gurdet, tolle Choreographien und einige technische Effekte (wie z. B. der Zauberer) von Sabine James boten den Rahmen für ein Theaterereignis für die gesamte Familie, das in bester Erinnerung blieb.



Das 'Kleeblatt' am Weg zum großen Zauberer

   
2013: "Sherlock Holmes": Das Millionentestament aus der Romanserie von Sir Arthur Conan Doyle stand für das Pilotprojekt 'Kriminalkomödie' Pate. Sabine James hatte nach alten Vorlagen eine Spielversion für unsere Bühne geschaffen, und führte selbst Regie. Manfred Hotwagner (seit über einem Jahrzehnt Ensemble-Mitglied) steuerte seine Erfahrung und den Großteil der Musik zur Produktion bei. Nach einer Pause standen Andreas Malits (Titelpart), Elisa Mandl (Lady Katogan), und langer Zeit auch Franz Gmeindl (Dr. Watson) wieder im Ensemble, das insgesamt eine tolle Leistung erbrachte. Auch gesanglich gab es ansprechende Partien, wobei besonders die Schwestern Eva und Sandra Zankl (seit 2 Jahrzehnten dabei) mit bemerkenswerten Darbeitungen glänzten.
Neben dem schlichten, den Schauspielern breiten Raum lassenden Bühnenbild von Heinz Gurdet, fand auch das liebevoll gestaltete Umfeld des Bühnengeländes, mit einem heimeligen Pausenhof großen Anklang, und viele Besucher schätzen die Möglichkeit, hier vor Beginn der Aufführung Platz zu nehmen, um sich auf das kommende Theaterereignis einzustimmen, und Erinnerungen an frühere in den vergangenen 20 Jahren auszutauschen.
Das große positive Echo beim Publikum und in den Medien gibt den Verantwortlichen Mut, die Schiene 'Krimi-Komödie' weiter zu führen. Einem Wiedersehen mit Sherlock Holmes steht also nichts im Wege! :-)

2013: "Alice im Wunderland" ist wohl das bekannteste ‚moderne‘ Märchen, und die Vielfalt der faszinierenden Traumbilder der Protagonistin lässt es kaum glauben, dass die Geschichte des britischen Autors Lewis Carroll fast 150 Jahre alt ist! Sabine James hatte die junge Antonia Stubits für die Titelrolle auserwählt, und ihr die erfahrene Anna-Maria Sagmeister als Schwester Lorine beigestellt, die als kommentierende Erzählerin fungierte. Die Beiden machten ihre Sache großartig, und was das weitere, zum Großteil völlig verjüngte Ensemble betrifft, kann man als "Feuerwerk" junger Amateur-Schauspielkunst bezeichnen. Wieder mit dabei war Lena Poglitsch als skurrile, Macht-besessene Königin; ihr zur Seite überraschte der Neuzugang Peter Szlavik, ein großes Talent aus der Steiermark.
Einschmeichelnde Melodien und schmissige Songs aus der Feder von Sabine James, und toll interpretiert von den 8 bis 18jährigen DarstellerInnen taten das ihre zu einem wunderbaren Schauspiel für die ganze Familie.


   
2014: "Der Hund der Baskervilles" - eine weitere Episode aus der Romanserie von Sir A. C. Doyle - in einer Spielfassung von Sabine James -beendete vorerst die Serie aus der britischen Literatur, nicht ohne im Kopf der Regisseurin eine Idee für 2015 zu hinterlassen. Doch davon später!
Es war einfach spannend, die Umsetzung des durch zahlreiche Verfilmungen bekannt gewordene Horrorstücks auf einer Freilichtbühne zu erleben, ohne technischen Firlefanz, mit einem Laienensemble, das in den letzten Jahren so manche Hürde geschafft hatte. Und wieder gelang es, das Publikum zu überraschen, sei es durch eine fulminante Inszenierung, mit viel Gesang und skurrilen Slapstick-Gags, oder durch die homogene Ensemble-Leistung, aus dem die beiden Andis (Malits und Fandl) als exzentrische Protagonisten herausragten. Aber auch die sogenannten 'Nebenrollen' waren bestens besetzt: Zu den bewährten Kräften Elwira Wechselberger (Lilly), Rita Jost & Josef Karner (Mrs. & Mr. Barrymore), Walter Krtschal (Frankland), Dieter Schattauer ( Dr. Mortimer) und Heidi Kopitar gesellten sich die bereits im Jugendensemble erfolgreichen Junkies wie Pia Kedl Miss Beryl), Volker Lang (Sir Henry), und Thomas Wolf (Straßenjunge), aber auch die Neuen, wie Martin Wilfing (Dr. Watson) und Ingrid Weber (Mrs. Frankland) überzeugten durch eine überraschend reife Leistung. Der Lohn für die gute Arbeit war ein begeistertes Publikum, das selbst dem Regen trotzte, und ein großartiges Medienecho, mit TV-Bericht des ORF-Burgenland und in 'Kultur heute' von Österreich III !

2014: "Aladdin und die Wunderlampe" - ein Märchen aus 1000 und 1er Nacht - wurde in der Spielfassung und Inszenierung von Sabine James zum Highlight des Theatersommers für die ganze Familie: Das wieder in einigen Positionen erneuerte Jugendensemble der Burgspiele bot mit seiner Spielfreude ein farbenprächtiges Schauspiel, das von ins Ohr gehenden Melodien bis zu poppigen Songs rund um Macht und Einfluss - und der Ohnmacht des Reichtums gegen den Zauber der Liebe spielte.
Antonia Stubits (Prinzessin Jasmin) hatte ihre Freundin Lea Radakovits ins Ensemble mitgebracht, und diese bot bei ihrem Debut als Aladdin eine großartige Leistung. Rund um Volker Lang, der wieder als großer (und böser) Zauberer eine Glanzleistung bot, und Pia Kedl als Aladdin-Mutter, gaben Dana Taucher, Patrizia Krobot und Theresia Szolderits als moderierende Haremsdamen), Maria Frisch (Sultan, Finstere Macht), Franzhiska Kopfer und Ida Kedl (Geister), sowie Myriam und Katrin Trinkl, Alessia Barnutiu und Samuel Zimmermann in den weiteren Rollen ein lebhaftes Zeugnis von der Lern- und Leistungsfähigkeit junger Menschen unter erfahrener und einfühlsamer Leitung. Auch Sarah Doncsecs als Uhu 'Hububu' (Begleiter des großen Zauberers) empfahl sich für größere Aufgaben.


   
2015: "CHAPLIN - die Kunst ein Tramp zu sein" - eine Hommage an den großen Meister des Stummfilms und der Slapstick-Komödie, in einer Spielfassung von Sabine James:
Im Rahmen eines Theaterprojektes (mit Hannes Hofbauer als Initiator) konnte der gealterte Star zu einem Interview gewonnen werden, in dessen Rahmen ausgesuchte Perlen aus Chaplins Filmschaffen angespielt wurden - ein Abenteuer, das von den Darstellern mit Bravour gemeistert wurde. Manfred Hofer gab den reifen, abgeklärten Chaplin, Stefan Putz (zusammen mit Laura Sophie Riedl auch für Tanz und Choreographie verantwortlich), Theresia Solderits und die bezaubernde Sarah Doncsecs personifizierten die bewegte Biographie des wohl imposantesten Entertainers des vorigen Jahrhunderts.

Der Mix aus bewährten Kräften, wie mit Talenten aus dem Jugendensemble und neu hinzu gekommenen Fans des Theaterspiels aus dem Südburgenland brachte ein sommerliches Highlight mit Musik (Manfred Hotwagner), Gesang, Tanz und auf die Bühne - vom Publikum wie von den Medien begeistert aufgenommen. Ein neuer Meilenstein in der Geschichte der Burgspiele Güssing, mit der immer wiederkehrenden Frage: Und was kommt nächstes Jahr?

2015: "Die Schöne und das Biest" brachte einen weiteren großartigen Erfolg für das Jugendensemble. Die schwere Prüfung einer schönen, tugendhaften Mädchengestalt stand im Mittelpunkt der Handlung. Sabine James hat dieses uralte französische Märchen „La Belle et la Bete“ nicht von ungefähr gewählt, sind doch die Inhalte wie Ausgrenzung, Neid und Missgunst, wirtschaftliche Desaster sowie Macht und Einfluss der Obrigkeit allzeit zugegen.

Wie nun schon seit einien Jahren waren Antonia Stubits (Belle) und Volker Lang (Armand, Biest/Prinz) die Träger der Handlung, glänzend ergänzt bzw.assistiert von Lea Radakovits und Pia Kedl (Gute/Böse Fee), Maria Frisch und Alessia Barnutiu (böse Schwestern), Samuel Zimmermann (Bruder), Miriam Trinkl (Hohes Recht) sowie Katrin Trinkl, Franziska Kopfer und Sarah Doncsecs (Bediente/Statuen) und weiteren sehr jungen Talenten. Bemerkenswert, mit welcher Selbstverständlichkeit sich sogar die Kleinsten auf der Bühne bewegen, wofür nicht zuletzt die gute Arbeit und das Einfühlungsvermögen der jungen Choreographin Viktoria Hotwagner beiträgt.

Das Interesse und der Einsatzwille der Jugend, wie auch Eltern (und Großwletern) ist eine weitere Grundvoraussetzung für eine gute und sinnvolle Arbeit für die Jugend - und deren Vorbereitung auf die Herausforderungen des künftigen Lebens in einer immer vielschichtiger werdenden Gesellschaft.

Es bleibt zu hoffen, dass der Burgverein Güssing diese wunderbare Linie in der Jugendförderung beibehalten kann; dazu bedarf es der Würdigung und Unterstützung seitens der zuständigen Förderstellen, denn nachhaltige Kulturarbeit ist selbst bei größtem Einsatz der ehrenamtlichen Mitarbeiter und Funktionäre ohne öffentliche Zuwendung auf die Dauer nicht machbar...





   
Alle Aufführungen der BURGSPIELE GÜSSING seit 1994 sind dokumentiert; bei besonderem
Interesse können die Datenträger (Videokassetten von den ersten Jahren, seit 2002 auf DVDs)
gegen einen Kostenbeitrag für private Verwendung erworben werden. Öffentliche Aufführungen,
Kopiern u. ä.bedürfen der Genehmigung des Burgvereines Güssing. Wir weisen ausdrücklich
darauf hin, dass alle Rechte an Texten und an der Musik für die Aufführungen bei den Autoren
und Komponisten verbleiben!
   

  update: 30-09-2015